Silke Foth Powerfood Vorwort
Wer heute als Manager,
Berater, Selbstständiger, Frei- berufler, Verkäufer, Projektleiter,
Arzt, Krankenschwester, Reisender oder ganz normaler Büroarbeiter
tätig ist, muss beinahe ständig Höchstleistungen erbringen. Viele
Menschen möchten das auch. Leider stehen die meisten sich dabei
selbst im Wege: Sie ernähren sich falsch. Sie essen sich schlapp.
Sie trinken sich müde. Viele fühlen zwar, dass sie nicht fit
sind, doch sie verkennen die Ursachen: »Ich sollte mal ausschlafen.«
»Ich bin urlaubsreif!« »Ich sollte mehr Sport treiben.« Das mag
alles sein, doch dabei wird eines übersehen: Selbst ein Ferrari
tuckert nur müde, wenn Sie ihm das falsche Benzin geben. Wenn Sie
sich falsch ernähren, nützt alles Ausschlafen und Joggen nicht viel.
Wie fatal und unmittelbar der Zusammenhang zwischen Ernährung und
Leistung ist, weiß jede(r) aus eigener Erfahrung. Sicher haben auch
Sie schon mit vollem Bauch oder knurrend leerem Magen ein Meeting
leiten, eine Verhandlung führen oder mit einem Kunden sprechen
müssen. Haben Sie dabei Ihre gewohnte Leistung oder gar eine
Spitzenleistung gebracht? Sicher nicht. Wie auch, mit diesem Loch im
Magen oder mit dieser »vollen Wampe«? Ein voller Bauch bringt
keine volle Leistung. Das wissen wir. Was viele nicht wissen: Diese
fatalen Leistungseinbußen hängen nicht nur von der Quantität der
Nahrung, sondern auch von ihrer Qualität ab. Das erkennen manche
nach einer Fastenkur: Man fühlt sich zum Bäume ausreißen. Logisch,
weil die Kur die ganzen Giftstoffe aus dem Körper hinaus beförderte,
die ihn ausbremsen. Wie wäre es, wenn Sie diese schlappmachenden
Stoffe erst gar nicht zu sich nähmen? Wenn die Qualität Ihrer
Nahrung von vornherein stimmen würde? Wenn Sie schon an der
Tankstelle das richtige Benzin in Ihren Ferrari füllen würden,
nämlich Super plus? Um im Beruf Höchstleistung zu bringen, müssen
Sie keine Fastenkur machen. Sie müssen Ihrem Körper einfach nur das
geben, was er braucht, um Höchstleistung zu bringen. Seit mehr
als zehn Jahren trainieren und coachen wir das Management von
Unternehmen vieler Branchen. Inzwischen sehen wir es einem Menschen
an, wenn er sich falsch ernährt. Es steht ihm buchstäblich ins
Gesicht geschrieben. Seine Haut ist fahl und ungesund, er hat
Schuppen (wie die meisten Manager), schwarze Augenringe, die
typischen Falten von der Nase zum Mund (der Volksmund sagt dazu
»Magenfalten«, weil diese Falten auch Magenkranke haben). Kein
Wunder, er vergiftet sich seit Jahren. Entsprechend ist seine
Leistung: Er bringt nicht das, was er bringen soll und könnte. Nur
weiß er nicht, woran das liegt: Die meisten Gestressten
unterschätzen die Bedeutung der Ernährung auf ihre
Leistungsfähigkeit beträchtlich. Dieses Wissen um den Fitmacher
Food wird in den letzten Jahren immer populärer. Wenn wir bei
Führungsseminaren auf neugierige Fragen hin erklären, warum wir in
der Pause keine süßen Teilchen essen, Kräutertee statt Kaffee
trinken oder unser ganz spezielles Mittagessen einnehmen, hören die
Teilnehmer mit offenem Mund zu und stellen eine Frage nach der
anderen. Sie erkennen, wie entscheidend die Nahrung ihre
Leistungsfähigkeit determiniert und möchten sich selbst auch so
ernähren, dass sie täglich topfit im Büro sind. Aber: Einfach muss
es gehen, ohne viel Aufwand und vor allem schnell. Bislang ging das
nicht ohne weiteres: Die richtige Ernährung für Manager und andere
Hochleistungsarbeiter war nirgends kurz und kompakt nachzulesen.
Diesem Mangel hilft das Buch ab, das Sie in Händen halten. Auf
den folgenden Seiten empfehlen wir Ihnen, Ihre Ernährung so
umzustellen, dass Sie sich danach fit, jung und zu dauerhafter
Höchstleistung fähig fühlen. Sie werden mehr leisten, mehr Erfolg
und mehr Spaß dabei haben. Sie werden sich besser fühlen. Sie
brauchen dafür keinen Kochkurs zu absolvieren oder Rezepte zu
büffeln. Richtige Ernährung ist ganz einfach – auch wenn viele einen
ziemlichen Wirbel darum machen. Sie werden erleben, wie Sie mit
wenigen Handgriffen Ihre Essgewohnheiten umstellen und damit Ihre
körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, Ihre Vitalität, Energie
und den Spaß an der Arbeit in ungeahnte Höhen steigern. Haben
Sie Appetit bekommen?
Die Mischung macht’s!
Essen Sie ausgewogen
Sind Bananen gesund? Natürlich!
Wie kann man sich dann erklären, dass vor nicht allzu langer Zeit
ein Mensch, der keinen Tropfen Alkohol zu sich genommen hatte, mit
starken Rauscherscheinungen in die Ambulanz eingeliefert wurde? Er
hatte lediglich Bananen gegessen – mehrere Kilo. Diese Unmenge
Bananen hatte so heftig zu gären begonnen, dass er davon betrunken
wurde – ohne einen Tropfen Alkohol konsumiert zu haben. Wir
erkennen an diesem kuriosen Beispiel die tiefe Wahrheit des alten
Spruchs: »Alles in Maßen!« Oder wie der Arzt sagt: »Die Dosis macht
das Gift!« Wer zu einseitig isst, vergiftet sich tatsächlich selbst.
Deshalb der Rat der Ernährungsberater: »Essen Sie ausgewogen!« Wir
alle ahnen, dass wir das nicht tun. Warum nicht? Weil wir nicht
genau wissen, was ausgewogen bedeutet und wir uns auch oft etwas
sehr Kompliziertes darunter vorstellen. Dabei ist die Sache ganz
einfach und mit zwei Fehlern erklärt: Wir essen unausgewogen, weil
wir 1) zu sauer essen und trinken 2) zu viel Kohlenhydrate
zu uns nehmen.
Symptome der Übersäuerung
Wer zu
viele Nahrungsmittel zu sich nimmt, die sauer sind oder vom Körper
zu Säure verstoffwechselt werden, vergiftet sich. Wie schädlich
Übersäuerung ist, wissen Hobbysportler: Wer beim abendlichen Joggen,
Tennisspielen, Schwimmen oder Radfahren zu schnell loslegt,
übersäuert schon nach den ersten Minuten – danach geht nichts mehr.
Man hat Blei in Armen und Beinen. So fühlen sich viele Berufstätige,
auch wenn sie nicht joggen: schlapp, wenig leistungsfähig, verspannt
(übersäuerte Muskeln verspannen). Wer übersäuert ist, bringt keine
Leistung und ist anfällig für Erkrankungen. Wie weit verbreitet
Übersäuerung ist und welche Folgen sie hat, erkennen wir an den
typischen Symptomen. Nahezu 80 Prozent der Manager, die wir beraten
und trainieren, leiden unter einem oder mehreren der folgenden
Symptome:
Magendrücken, Völlegefühl, saures Aufstoßen
Mund- und Schweißgeruch Schuppen, Haarergrauen und -ausfall
Konzentrationsschwächen, Müdigkeit, Demotivation – Sie sind
nicht mutlos, bloß übersäuert! häufige grippale Infekte
Verspannungen, Muskelkrämpfe Bandscheibenvorfälle
(Bandscheiben werden porös, wenn zu viel Säure darin abgelagert
wird) rheumatische Beschwerden, Osteoporose depressive und
aggressive Stimmungen empfindliche Zahnhälse, Karies,
Zahnfleischrückgang trockene, fahle, rissige Haut brüchige,
gefurchte, gespaltene Nägel Blutdruckschwankungen
Nierensteine Schlafstörungen, Schnarchen (jahrelange
Schnarcher hören auf zu schnarchen, sobald ihr Säure-
Basen-Gleichgewicht wieder stimmt)
Dass Übersäuerung
schlecht ist, leuchtet ein. Denn wenn Bäume am sauren Regen sterben,
kann Übersäuerung für den Mensch sicher nicht gesund sein.
Fehlreaktionen auf Übersäuerung
Dass Völlegefühl
oder ein »saurer« Magen mit zu viel Säure zu tun haben, ist jedem
irgendwie klar. Was tun die meisten dagegen? Sie schlucken
Magensäuremittel und andere Säurebinder (Symptomtherapie), anstatt
ganz einfach die Zufuhr saurer Nahrung zu beschränken
(Ursachentherapie). Ähnlich verhalten sie sich bei der Bekämpfung
der anderen Symptome: Man
lutscht Minze gegen Mundgeruch,
anstatt weniger sauer zu essen; nimmt ein Schuppen-Shampoo,
anstatt sich weniger sauer zu ernähren; nimmt Koffein-Tabletten,
Kaffee oder andere Wachmacher gegen Konzentrationsschwäche und
Müdigkeit, anstatt weniger sauer zu essen und zu trinken.
Warum? Weil die Werbung einem einbläut, das beste Mittel
gegen Schuppen sei Shampoo und das beste Mittel gegen Mundgeruch ein
Pfefferminz. Stimmt das? Natürlich nicht. Doch mit dem Hinweis auf
eine weniger saure Ernährung lassen sich weder Säurebinder, noch
Pfefferminzbonbons oder Schuppen-Shampoos verkaufen. Denken Sie
daran, was passiert, wenn Sie Zucker in den Tank Ihres Wagens tun:
Das verkraftet der Motor nicht. Denselben Effekt erreichen Sie, wenn
Sie Ihr Blut übersäuern: Der Treibstoff des Körpers ist vergiftet.
Ihre Maschine kann nicht auf Touren kommen. Irgendwann geht sie
kaputt. |
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